Innosmart: Hintergrund

Nutzer/innen aktiv in Smart-Grid-Innovationsprozesse einbinden – Warum?

Die Energiewende bringt große Herausforderungen mit sich: In Zukunft wird Energie deutlich anders als bisher erzeugt, gespeichert, verteilt und genutzt werden. Um erneuerbare Energien in das Energiesystem zu integrieren, sind flexible Netzstrukturen, sogenannte Smart Grids, ein Schlüssel. Darunter werden intelligente Stromnetze verstanden, die die einzelnen Komponenten – von der Erzeugung bis zum Verbrauch – miteinander vernetzen und es dadurch ermöglichen, diese zu überwachen und automatisch zu optimieren. Elemente von Smart Grids können etwa virtuelle Kraftwerken, dezentrale Speicher oder Smart Metering sein – alle mit dem Ziel Energieverbrauch und -angebot aneinander anzupassen, ohne dabei den Komfort der Nutzer/innen einzuschränken. 

Geschäftsmodelle für Smart-Grid-Lösungen

Maßgebliche Player bei der Umgestaltung des konventionellen Stromnetzes zu einem intelligent vernetzten Energiesystem sind Energieversorgungsunternehmen. Noch befinden sich die Entwicklung von Smart-Grid-Komponenten und ihre Integration in ein Gesamtsystem allerdings in einer frühen Phase. Hier besteht ein erheblicher Innovationsbedarf, etwa mit Blick auf Technik und Sicherheit, Geräte und Netze oder Regulierung und Finanzen. Das Projekt InnoSmart strebt daher an, die Innovationschancen von Smart-Grid-Lösungen zu verbessern und gemeinsam mit den Energieversorgungsunternehmen Geschäftsmodelle für zu entwickeln, damit Smart-Grid-Innovationen erfolgreich vermarktet und implementiert werden können.

Prosumer – Quelle für Smart-Grid-Innovationsideen?

Die aktuellen Transformationsprozesse machen auch vor den privaten Haushalten nicht Halt: Der „klassische Stromkunde“ entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur im Strommarkt der Zukunft: Er wird zum „Prosumer“. Er bezieht nicht mehr nur Energie, sondern ist selbst Stromproduzent, stellt Energiespeicher zur Verfügung und handelt vielleicht sogar auf dem Strommarkt. Das Projekt widmet sich daher der Frage, welche Anforderungen Smart-Grid-Lösungen gerade mit Blick auf die privaten Stromkunden erfüllen müssen.

Neuere Ansätze der Innovationsforschung zeigen, dass Nutzer/innen eine wichtige Quelle für Innovationsideen sein können und die Marktchancen von Produkten und Technologien zunehmen, wenn Nutzer/innen frühzeitig eingebunden werden. Wenn Nutzer/innen mit Energieversorgungsunternehmen kooperieren, können Erwartungen und Bedarfe der Verbraucher genauer ermittelt werden. Auch können in dieser Zusammenarbeit Chancen und Risiken identifiziert werden und auf dieser Basis bestehende Konzepte angepasst und neue Ideen generiert werden. In InnoSmart werden hierfür Verfahren der Nutzerintegration verwendet, die auf bereits erfolgreich angewandten Methoden beruhen, wie dem vom IÖW maßgeblich mitentwickelten INNOCOPE-Ansatz und den unter Beteiligung des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) entwickelten Lead-User-Ansätzen.